no future? gegenwart.org

Die einen blicken zurück. Die anderen schauen nach vorne. Nur um das Jetzt, um die Gegenwart, um die Wirklichkeit(en) kümmert sich kaum jemand. Historiker beschreiben das, was war. Think Tanks postulieren, was werden soll.

So kommt es, dass wir immer auf die Spitze des jeweiligen Eisbergs starren. Migrationsdebatte. Generationenfrage. Verteilungsgerechtigkeit. Wir erforschen, wie es vor 40 Jahren war. Und wir diskutieren, was 2030 oder 2050 sein soll. Aber den Erfahrungen jener Menschen, die – beim Essen oder beim Wohnen, in Schulen oder an Universitäten – das Fehlen einzelner Euros am eigenen Leib spüren, räumen wir nicht einmal Erkenntniswert ein.

Das Heute ist unser blinder Fleck. Wenn es um die Gegenwart geht, um das Jetzt, bleiben uns Untergründe und Hintergründe verborgen.

Diese Lücke will das "Institut für die Geschichten der Gegenwart" – mit Hilfe wissenschaftlicher, dokumentarischer, journalistischer Werkzeuge – schließen.

Es gilt, der Gegenwart Raum zu geben und vielfältige Wirklichkeit(en) zu dokumentieren und zu analysieren. Es gilt, dem Jetzt eine Bühne zu bauen. Und den Heutigen darauf ein Erzählen zu ermöglichen, das zum Zuhören und Nachdenken, zum Tun und zum Gestalten einlädt. Das für Aufklärung sorgt und Identität schafft. Das die Sensibilität den Anderen und dem Fremden gegenüber schärft.

Es werde Licht in dem – von Ernst Bloch so benannten – „Dunkel des gelebten Augenblicks“!

info (at) gegenwart.org

PIERRE ROSANVALLON: DAS PARLAMENT DER UNSICHTBAREN. edition IMPORT/EXPORT, Wien, 2015